I do it for Savasana
Die Endentspannung im Yoga ist das Geschenk für Yogapraktizierende. „I do it for Savasana“ habe ich vor langer Zeit in einem Artikel über Yoga gelesen. Wenn ich mich an meine eigenen Anfänge im Yoga zurückerinnere, ist es auch genau so. Während der Yogastunde habe ich mich angestrengt, aber immer im Bewusstsein, dass ich mich am Ende der Yogastunde ausruhen darf.
Bei meiner ersten Yogalehrerin Andrea war ich auch um jede Pause zwischen den Asanas dankbar. Da habe ich gerne die Übung ausgehalten. Danach war dieses Innehalten und Nachspüren. Das ist eben so anders, als es während der Schulzeit in den Turnstunden war.
Savasana - das Ausruhen am Ende der Yogastunde - hat folgende Vorteile:
- Der ganze Körper entspannt sich muskulär. Das geschieht dadurch, dass wir am Rücken liegen. Dabei lassen wir die Zehenspitzen nach außen fallen und dies bewirkt eine sich öffnende Rotation im Leistenbereich. Die Arme liegen neben dem Körper am Boden. Die Handflächen sind nach oben geöffnet.
- Das Nervensystem entspannt sich. Denn der Körper liegt auf einer geraden, ebenen und härteren Unterlage. Die offenen Handflächen sagen folgende Botschaft: „Hier bin ich sicher.“ So dürfen sich Ruhe, Loslassen und eine tiefe Entspannung einstellen.
- Das Atmen bekommt Raum. Dies ist besonders für den lunaren Atemtyp von Vorteil, da dies sein Einatmen in den Brustkorb unterstützt. Auch der solare Atemtyp profitiert, da das Atmen bis in den Bauch Raum erhält.
- Hie und da könnte der solare Atemtyp die Bauchlage während Savasana ausprobieren, da dies sein tiefes aktives Ausatmen unterstützt. In dieser Haltung fallen die Fersen nach außen, die Arme sind angewinkelt und der Kopf ist seitlich gedreht.
- Die Augen sind geschlossen und so fallen visuelle Reize weg. Dies hilft, mehr bei sich selbst anzukommen. Tipp: Sollte gerade dadurch ein Gedankenkarussell in Schwung kommen, hilft es sich vorzustellen, dass jeder Gedanke wie eine Wolke am Himmel weiterzieht.
- Lautloses innerliches Rückwärtszählen hilft ebenfalls den Geist zu beruhigen.
- All dies bewirkt, dass wir zu einem Zustand wie vor dem Einschlafen kommen. Genau dieser Zustand macht das Gefühl von Kraft tanken, Ausruhen und wieder erfrischt werden aus.
- Ziel ist es eben körperlich entspannt, aber zugleich geistig entspannt und wach zu bleiben. Aber mach dir nichts draus, falls du einmal einschläfst. Das ist ein Zeichen, dass der Körper Schlaf braucht.
Um meine Yogaschülerinnen aus Savasana wieder zurückzuholen, sage ich immer dieselben Worte:
„Wir atmen tiefer. Wir spüren den Boden unter uns. Wir bewegen die Zehenspitzen und die Fingerspitzen. Wer mag, kann den Kopf von Seite zu Seite rollen. Dann rollen wir uns alle auf eine Lieblingsseite. Da bleiben wir eingekuschelt liegen. Wir spüren das Getragen Sein von der Erde. Dann stützen wir uns mit der oberen Hand ab und kommen über die Seite wieder ins Sitzen. Wir legen unsere Hände auf das Herz und spüren zu unserem Herzschlag. Über unser Herz kommen wir alle wieder in das Hier und Jetzt zurück. Danke!“
Dieselben Worte sind für meine Yogis ein Signal, um am Ende der Endentspannung leichter wach zu werden.
Information zum Liegen auf der Lieblingsseite:
Der solare Atemtyp liegt lieber auf der linken Körperseite, da der Druck auf das Herz, seinen Atemtyp unterstützt. Der lunare Atemtyp liegt lieber auf der rechten Seite, da das Herz hier mehr Raum erhält und das ist gut für seine aktive Einatmung. Beobachte dich selbst dabei, was dir guttut. Zu neunzig Prozent stimmt die Lieblingsseite beim seitlichen Liegen mit dem Atemtyp überein.
Weitere Informationen gibt es in meinem Buch:
„Unterrichte Yoga so, wie du atmest.
Atemtypen verstehen und Yogastunden leichter planen.“












